888 zieht in Erwägung, sich vom deutschen Markt zurückzuziehen

Stefanie Reiniger | 26 März 2018

888 zieht Rückzug aus Deutschland in ErwägungDer in Gibraltar zugelassene iGaming-Anbieter 888 Holdings war in Deutschland für lange Zeit sehr bekannt und beliebt. Dennoch denkt das Unternehmen jetzt darüber nach, das Land für immer zu verlassen, nachdem ihm kürzlich durch ein Gerichtsurteil der Betrieb im Land untersagt wurde.

Der internationale Onlinecasino-Betreiber hat einen weiteren Grund für seinen möglichen Rückzug vom deutschen Markt angeführt. Laut 888 könnte die Ungewissheit über eine mögliche Umsatzsteuernachzahlung für iGaming-Dienste, die deutschen Spielern vor 2015 angeboten wurde, den Druck bezüglich des Rückzuges aus Deutschland erhöhen, da eine solche Steuerzahlung bereits erheblichen Einfluss auf die jährlichen Gewinnspannen hatte.

Der Gewinn vor Steuern ging im vergangenen Jahr für das Unternehmen jedoch aufgrund außergewöhnlicher Belastungen, darunter eine Strafe der britischen Glücksspielkommission  über mehrere Millionen Pfund, um 68% auf 18,8 Millionen zurück. Letzten Sommer erlegte die britische Glücksspielregulierungsbehörde 888 eine Geldbuße in Höhe von 7,8 Millionen Pfund auf, weil der Spielerschutz für die am stärksten gefährdeten Spieler nicht gewährleistet war.

Firmengewinne gehen 2017 um 68% zurück

Auch die Umsatzsteuer in Deutschland ist nach Angaben des Betreibers ein Grund für den Gewinnrückgang. Er stellte fest, dass die beschriebenen Sonderkosten sich zum Jahresende am 31. Dezember 2017 auf fast 51 Millionen USD beliefen. Dabei handelt es sich um fast das Dreifache der endgültigen Gewinne für das betreffende Jahr.

Ein kürzlich gefälltes Urteil des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig hat zudem den Online-Glücksspielbetrieb von 888 deutschlandweit sowie den Betrieb mehrerer anderer Offshore-Glücksspielunternehmen in einigen Bundesländern verboten. Seit dieser Entscheidung hat 888 seine Enttäuschung über die Entscheidung des Gerichts sowie einen möglichen Plan zum Ausdruck gebracht, diese anzufechten - oder den deutschen Markt für immer zu verlassen.

Der Betreiber hob auch hervor, dass zahlreiche inländische Banken sich nun weigern, die Transaktionen von Glücksspielanbietern abzuwickeln, was wiederum seine Möglichkeiten zum Betrieb im Land einschränkt. Es ist wichtig anzumerken, dass Deutschland noch keine einheitlichen Glücksspielgesetze eingeführt hat, obwohl es seit Jahren Bemühungen gibt, ein Gesetz einzuführen, das Glücksspiel in allen 16 Bundesstaaten erlaubt.

Weiterhin Unsicherheiten des Betreiber bezüglich Steuerzahlung

Die Steuer-Saga von 888 scheint einige Jahre in die Vergangenheit zurückzuführen. 2017 gab das Unternehmen an, nicht sicher zu sein, ob es für seine iGaming-Angebote vor 2015 Steuern nachzahlen müsse. Die Unsicherheit des Unternehmens resultierte aus den neuen Regulierungen bezüglich Glücksspielangeboten und deren Besteuerung, die die EU-2015 einführte.

Nach diesen Regulierungen sollen elektronische Dienstleistungen entsprechend des Ortes  ihrer Nutzung und nicht des Ortes ihrer Bereitstellung besteuert werden. 888 hat die mögliche rückwirkende Steuerzahlung für seine Dienstleistungen vor 2015 angefochten und beabsichtigt, die Angelegenheit vor Gericht zu bringen, sollte es eine solchen Steuerbescheid erhalten, der insgesamt über 18,5 Millionen Euro übersteigen würde.

 

Quelllinks:

http://www.casinonewsdaily.com/2018/03/20/888-contemplates-exit-from-germany-cites-tax-and-regulatory-challenges/


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