Buchmacher werden beschuldigt, falschen Markt zu schaffen

Stefanie Reiniger | 19 März 2018

William Hill und Ladbrokes wird Marktmanipulation vorgeworfenDie Financial Conduct Authority (die britische Aufsichtsbehörde für Finanzgebaren) ermittelt derzeit gegen die großen europäischen Wettmarken William Hill und Ladbrokes Coral, nachdem diesen Buchmachern vorgeworfen wurde, sie hätten versucht, einen „falschen Markt“ zu schaffen.

Die beiden Sportwettenanbieter haben angeblich bestimmte Angaben aus einem kürzlich erschienenen Bericht zitiert, der sich mit den Auswirkungen des Versuchs Großbritanniens befasst, die Einsatz-Obergrenzen bei Wett-Terminals mit fester Quote (Fixed Odds Betting Terminals, FOBTs) zu senken. Auf diese Weise gelang es den Buchmachern, einen falschen Markt zu schaffen und ihre Aktienkurse zu beeinflussen.

In einem Bericht der Financial Times heißt es, es gebe zwar keine offiziellen Ermittlungen, die britische Aufsichtsbehörde FCA habe die Angelegenheit aber aufgrund einer Beschwerde der Campaign for Fairer Gambling (CFG) untersucht.

Aktivisten beschweren sich bei der FCA

Nach Angaben der Lobbygruppe machten die beiden Buchmacher „irreführende Angaben“ darüber, wie stark die Auswirkungen auf ihre Unternehmen wären, wenn die britische Regierung die FOBT-Einsätze von derzeit maximal 100 ₤ auf die vorgeschlagenen nur noch 2 ₤ senkt. Man muss dazu wissen, dass CFG sich seit vielen Jahren gegen die Verbreitung von FOBT-Maschinen einsetzt.

Die Mitglieder der Kampagne sind außerdem der Ansicht, dass Investoren von diesem Wissen profitiert haben könnten. Dafür sprechen die Schwankungen der Aktienkurse beider Buchmacher aufgrund der Angaben, die beide Unternehmen im Zusammenhang mit dem bevorstehenden Vorgehen gegen diese Glücksspielautomaten und die davon ausgehende Suchtgefahr veröffentlicht haben.

In einem kürzlich an die FCA gerichteten Schreiben hat die Campaign for Fairer Gambling festgestellt, dass sich die beiden großen Buchmacher aus einem Analysebericht des Forschungsunternehmens KMPG, der von der Association of British Bookmakers in Auftrag gegeben wurde, gezielt bestimmte Abschnitte herausgepickt haben. Die Ergebnisse des Berichts sind bisher weitgehend vertraulich, mit Ausnahme der Auszüge, die von Ladbrokes und William Hill verwendet wurden.

ABB bezeichnet die Vorwürfe als haltlos

Beide fraglichen Buchmacher betreiben derzeit europaweit Wettbüros mit FOBT-Maschinen, darunter die beiden größten Großbritanniens. Aus den umstrittenen Geräten generieren sie einen beträchtlichen Teil ihrer jährlichen Erlöse, und beide Unternehmen haben davor gewarnt, dass die Reduzierung der FOBT-Einsätze auf ein Maximum von nur noch 2 ₤ einen massiven Einnahmerückgang und die Schließung von über 9.000 Wettbüros allein in Großbritannien zur Folge haben könnte.

Die Association of British Bookmakers hat die Vorwürfe der CFG als „unberechtigt“ und haltlos bezeichnet und der Organisation vorgeworfen, Ressourcen und Zeit der FCA zu verschwenden. Die Spannungen nehmen zu, denn die britische Regierung wird voraussichtlich in den kommenden Wochen ihre endgültige Entscheidung über die FOBT-Einsätze bekanntgeben. Dabei wird eine weniger drastische Reduzierung der Höchsteinsätze erwartet, etwa auf 20 ₤ statt auf 2 ₤.

Quell-Links:

http://www.casinonewsdaily.com/2018/03/16/ladbrokes-coral-and-william-hill-probed-by-fca-over-false-market-claims/


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