Casino-Gelder bringen deutsche Banken in Schwierigkeiten

Stefanie Reiniger | 14 November 2017

Deutsche Banken wegen Casino-Geldern in der BredouilleVor Kurzem hat der „Paradise Papers“-Leak ans Licht gebracht, dass zahlreiche in Deutschland beheimatete Banken in die Abwicklung von Zahlungen für in Deutschland als unlizenziert und illegal geltende Casinos verwickelt waren. Bislang zögert die Regierung, Maßnahmen gegen diese Entwicklungen zu ergreifen.

Die deutschen Kreditinstitute Postbank, DZ Bank und Hypovereinsbank waren laut eines vor kurzem veröffentlichten Berichts der Süddeutschen Zeitung und des Senders NDR an der Abwicklung von Zahlungen für zahlreiche illegale Online-Casinos verwickelt.

Die Enthüllung ist das Ergebnis einer groß angelegten Untersuchung von Daten, die in den Paradise Papers veröffentlicht wurden, einem Leak von ungeheuren Ausmaßen, der über 13,4 Millionen Dokumente einer internationalen Anwaltskanzlei und eines Treuhandunternehmens aus Singapur umfasst.

Beweislage und mögliche Konsequenzen

Die durchgestochenen Dokumente bestätigen, dass die drei fraglichen Banken es Spielern in Deutschland leicht gemacht haben, Zahlungen an illegale Casinos zu überweisen, obwohl die dahinterstehenden Glücksspielunternehmen in ihren Geschäftsbedingungen klarstellen, dass sie keine Einzahlungen von deutschen Spielern annehmen, da Zahlungen im Rahmen unerlaubten Glücksspiels nach deutscher Gesetzeslage illegal sind.

Die Aktivitäten der zuvor genannten Banken und ihre Zusammenarbeit mit Finanzdienstleistern könnten laut einer in der Süddeutschen Zeitung zitierten Stellungnahme des Innenministeriums Niedersachsen bedeuten, dass sie sich der Förderung illegalen Glücksspiels und der Geldwäsche schuldig gemacht haben.

BaFin bleibt bisher untätig

Im Namen aller Bundesländer wurde das oben genannte Ministerium damit beauftragt, eine Untersuchung der verdächtigen Geldflüsse in die Wege zu leiten, doch was  Disziplinarmaßnahmen angeht, hat sich seitdem so gut wie nichts getan. Der Bericht legt offen, das bisher weder gegenüber den Casinos noch den Finanzinstituten, die in den Skandal verwickelt sind, verbindliche Anordnungen ausgesprochen worden sind.

Auch die deutsche Finanzaufsicht BaFin, deren Aufgabe es eigentlich ist, die Seriosität von Banken und Kreditgebern im Land jederzeit zu gewährleisten, ist hinsichtlich des Falls nicht aktiv geworden. Die Behörde wies kürzlich darauf in, dass sie nicht auf eigene Faust entscheiden könne, ob ein Glücksspielbetreiber seine Dienste illegal am Markt anbiete, weshalb ihr derzeit die Hände gebunden seien.

2 Banken beteuern ihre Unschuld

Die Hypovereinsbank gab gegenüber der Nachrichtenagentur DPA außerdem an, dass sie alle rechtlichen und gesetzlichen Vorgaben für Zahlungsabwicklungen befolge, und auch die Postbank beharrt darauf, dass sie ihres Wissens nach gegen keinerlei deutsche Gesetze verstoßen habe.

Quellenlinks:
http://www.dw.com/en/german-banks-involved-in-illegal-online-casino-payments/a-41291512


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