Delling & Netzer: Erinnerung an ein Kult-Duo

Stefanie Reiniger | 26 November 2018

Gerhard Delling; Steffen PrößdorfEs gibt einige Gesichter, die gefühlt schon immer im deutschen Fernsehen zu sehen sind. Thomas Gottschalk und Dieter Bohlen gehören dazu, Günther Jauch und Rudi Cerne auch. Vor allem für Sportfans zählt ein Mann ebenfalls zu dieser Riege: Gerhard Delling. Dieser moderierte im Jahr 1987 zum ersten Mal die „Sportschau“ in der ARD und ist seitdem fester Bestandteil des Moderatoren-Teams. Allerdings ist damit bald Schluss: Delling hat vor kurzem angekündigt, nur noch bis zum Mai 2019 für die ARD tätig sein zu wollen. In Erinnerung bleiben wird er vor allem als ein Teil des kongenialen Kommentator-Duos Delling/Netzer. Was genau Gerhard Delling nach seiner ARD-Karriere machen will, hat er noch nicht verraten. Eins steht aber fest: Er braucht keine Casino Spiele, um seine Geldbörse aufzubessern.

Ausgezeichnete Siez-Freunde

Wenn man zwischen 1998 und 2010 ein Spiel der deutschen Nationalmannschaft in der ARD gesehen hat, dann konnte man einem preisgekrönten Duo bei der Arbeit zusehen. Gerhard Delling, damals schon seit mehr als zehn Jahren Reporter der ARD, und der ehemalige Nationalspieler Günter Netzer kommentierten in diesem Zeitraum die Leistungen der DFB-Elf. Für ihre Art wurden sie im Jahr 2000 mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet, außerdem erhielten sie 2008 den Medienpreis für Sprachkultur. Dabei glänzten Delling und Netzer nicht nur durch Kompetenz, sondern auch durch Sprachwitz und Sticheleien gegeneinander. Dass sie sich dennoch in den zwölf Jahren ihrer Zusammenarbeit konsequent gesiezt haben, zeigt schon, dass es sich nicht um die üblichen TV-Kollegen handelte. Zu diesem Umstand sagte Netzer übrigens 2004 in einem Interview mit der „Zeit“: „Vielleicht haben wir, als es angestanden hätte, einfach nur vergessen, uns das Du anzubieten. Für uns spielt es keine Rolle. Es leidet keiner drunter. Wir werden es nicht mehr ändern.“ Gute Freunde wurden sie trotzdem – allerdings welche, die sich regelmäßig auf die Schippe nahmen.

Die besten Sprüche

Kultig waren Delling und Netzer vor allem dann, wenn sie sich gegenseitig ihre Kompetenz absprachen. So kommentierte Netzer einmal: „Woran das liegt, dass er kein Tor schießt? Er trifft das Tor nicht!“, woraufhin Delling erwiderte: „Super, und dafür haben wir Experten.“ Bei einer anderen Gelegenheit sagte Delling: „Man sieht schon am Anlauf, dass dieser Elfmeter lieblos geschossen wurde.“ Netzer sah sich dann zum Kommentar herausgefordert: „Sie sind der wahre Fachmann. Ich sehe an diesem Anlauf gar nichts.“ Gerne hoben die beiden ihre Sticheleien auf die persönliche Ebene. Delling fragte mal nach einem Spiel: „Sie haben auch die Spieler der Färöer-Inseln gesehen. Haben Sie auch dieses selbstbewusste Siegerlächeln bemerkt?“ Und Netzer antwortete: „Nö, ich hatte eigentlich festgestellt, dass die auch so Milchgesichter haben wie Sie.“ Zuweilen spielte Netzer mit der Attitüde, dass er gar keine Lust hätte, mit Delling zu moderieren. Als Delling ihn einmal fragte: „Sie haben die WM doch sicher auch genossen“, erwiderte Netzer: „Oh ja. Und wenn Sie nicht dabei gewesen wären, noch mehr.“ Ein Dialog mit einer ähnlichen Spitze war auch der folgende, in dem Netzer sagte: „Als ich von der Nominierung Odonkors erfuhr, hielt ich diese erst für Unfug, doch als ich mal darüber nachdachte, änderte sich meine Meinung.“ Delling meinte darauf: „Ah ja, sie haben darüber nachgedacht“, was Netzer so kommentierte: „Ja, würde ich mehr über Sie nachdenken, würde ich jetzt nicht hier neben Ihnen stehen.“

Die Sache mit den drei Weißbier

Indirekt waren Netzer und Delling auch verantwortlich für einen denkwürdigenGerhard Delling; Michael Kranewitter TV-Moment. Im September 2003 absolvierte Deutschland in Reykjavík ein EM-Qualifikationsspiel gegen Island. Besonders sehenswert war die Partie nicht, ging sie doch 0:0 aus. Dennoch ist sie vielen der damaligen Zuschauer noch heute im Gedächtnis – wegen der Ereignisse, die sich nach dem Spiel im ARD-Studio abspielten. Dort legte sich nämlich der damalige Bundestrainer Rudi Völler mit dem Moderator Waldemar Hartmann an, und es fiel der legendäre Satz: „Du sitzt hier locker bequem auf deinem Stuhl, hast drei Weizenbier getrunken und bist schön locker.“ Dass Völler sich so aufgeregt hat, lag jedoch nicht an der Leistung seines Teams, sondern an den Kommentaren von Delling und Netzer. Die hatte der Bundestrainer nämlich mitbekommen, als er im Studio auf seinen Auftritt neben Hartmann wartete. Unter anderem sprach Netzer von einem „Tiefpunkt“ für den deutschen Fußball und davon, dass es „ein schöner Mist“ war, den die Nationalelf gespielt habe. Noch im gleichen Jahr führte Völler mit Delling und Netzer übrigens ein klärendes Gespräch, das die Unstimmigkeiten aus der Welt schaffte.
 
Quellen:
https://de.wikipedia.org/
https://www.bild.de/
https://www.welt.de/


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