Paypal erlaubt keine Transaktionen mehr an deutsche Online-Casinos

Stefanie Reiniger | 27 August 2019

PayPal stoppt ab sofort Zahlungsdienst für Online CasinosMit Wirkung des 21. Oktober 2019 wird der beliebte Zahlungsdienstleister PayPal seine Zahlungsabwicklung für deutsche Online-Casinos einstellen. Diese Information gab das Unternehmen an diesem Montag infolge der geplanten Aktualisierung seiner deutschlandweiten Richtlinien bekannt. Diese am 19. August veröffentlichten Änderungen der PayPal-Nutzerbedingungen kündigen nebst Cut hinsichtlich der Zusammenarbeit mit deutschen Online-Casinos noch weitere Paragrafen an, die sich mit zukünftig „verbotenen Aktivitäten“ befassen. Verboten werden sollen ab sofort jegliche PayPal-Services, deren Leistungen am entsprechenden Aufenthaltsort illegal sind – zum Beispiel betrifft das auch das Online-Glücksspiel, was in Deutschland bisweilen nur im Bundesland Schleswig-Holstein erlaubt ist. Die Änderungen, die PayPal hier anstrebt, basieren aber vor allem auf dem Druck der dahinterstehenden Politik. So üben beispielsweise immer mehr Politiker sowie Verbraucherschützer Druck auf etwaige Zahlungsdienstleister oder Kreditinstitute aus, die das Online-Glücksspiel in Deutschland durch eigene Leistungsangebote unterstützen.

Die Historie des deutschen PayPal-Verbots für Online-Casinos

Erst im Juni dieses Jahres sorgte das niedersächsische Ministerium für innere Angelegenheiten und Sport in dieser Sache für eine Unterlassungsklage gegen den Zahlungsdienstleister PayPal. Zwei weitere Klagen wurden im späteren Verlauf des Junis von zwei Berliner Gerichten abgelehnt – hier sollte PayPal gemäß der Kläger zu Rückerstattungen verpflichtet werden, was jedoch für haltlos erachtet wurde. Geklagt hatten Spieler, die große Mengen Geld in Online-Glücksspielen verloren hatten und diese von PayPal zurückerstattet bekommen wollten. Als Klagegrund wurde die fehlende deutsche Lizenz des Online-Casinos benannt, das lediglich über eine europäische Lizenz verfügte. Eine deutschlandweite Online-Casino-Lizenz gibt es bisweilen nicht. Eine Ausnahme hierzu bildet das Bundesland Schleswig-Holstein, in dem bis 2021 legal Online-Glücksspiel betrieben werden darf. Aber auch hier tickt die Uhr: In Schleswig-Holstein laufen immer mehr Online-Casino-Lizenzen aus und werden vom Land nicht erneuert. Diese Problematik gibt es schon in anderen Ländern zu beobachten, in denen PayPal und andere Zahlungsdienstleister ihre Zahlungsdienste für Online-Casinos eingestellt haben.

Kreditkarten ziehen beim Verbot von Zahlungsdienstleistungen an Online-Casinos mit

Der US-amerikanische Hardware- und Softwareentwickler Apple launchte beispielsweise vor wenigen Monaten eine neue Kreditkarte, deren Nutzungsbedingungen bereits ein Verbot in puncto Zahlungen an Online-Casinos vorsahen. Gleiches galt bei der Apple-Kreditkarte im Übrigen für Online-Sportwetten sowie für Online-Lotterieprodukte. Auch auf den britischen Inseln wird über ein Verbot von Kreditkarteneinzahlungen in Online-Casinos nachgedacht. Derzeit befinden sich die Briten diesbezüglich jedoch in einer dreimonatigen Konsultationsphase, ob entsprechende Einschränkungen durchgesetzt werden sollen.

TÜV-geprüfter Zahlungsdienstleister Trustly bei deutschen Online-Casinos auf dem Vormarsch

Da sich immer mehr Zahlungsdienstleister von deutschen Online-Casinos distanzieren, wittert ein neuer TÜV-geprüfter Dienstleister seine Chance: Trustly. Den Anbieter gibt es erst seit 2008 und seine Akzeptanz wird von Tag zu Tag stärker. Für Ein- und Auszahlungen im individuellen Online-Casino-Account benötigen Nutzer von Trustly lediglich die entsprechenden Zahlungsinformationen von deren Online-Banking. Beim Online-Casino muss dafür kein Kundenkonto eröffnet werden, sondern das Echtgeld wird direkt ins Online-Casino-Spiel transferiert. Falls das betreffende Online-Casino die Zahlungsmethode Trustly anbietet, müssen Spieler sie zunächst auswählen, um dann einen beliebigen Betrag von ihrem Bankkonto von Trustly überweisen zu lassen – die Mindestbeträge bei Trustly belaufen sich meist auf zehn bis 20 Euro. Das funktioniert auch, wenn der Spieler mehrere Girokonten hat. Mit Trustly wählt er dann einfach das jeweilige Girokonto aus, von dem die Einzahlungen auf das Spielerkonto stattfinden sollen. Legitimiert werden die Ein- und Auszahlungen von Trustly meist per PIN-Freigabe. Den eingezahlten Betrag sehen die Spieler binnen weniger Minuten auf dem Spieler-Account – auch das ist einmalig und war in dieser Form bei anderen Zahlungsdienstleistern bislang nicht der Fall.

So sicher ist der neue Zahlungsdienstleister Trustly wirklich

Trustly gibt es bereits in 30 europäischen Ländern – seinen Hauptsitz unterhält das Unternehmen in Schweden. Demzufolge wird der Zahlungsdienstleister unter anderem von der schwedischen Finanzaufsichtsbehörde Finansinspektionen (oder kurz: „FI“) reguliert und hält sich in diesem Zusammenhang auch an die europäischen Vorschriften für Zahlungsdienstleister. Die Two-Factor-Authentification, bei der der Spieler erst eine TAN per SMS zugesendet bekommt und dann seine Ein- oder Auszahlungen aktivieren kann, gilt als extrem sicheres Überweisungsverfahren. Der Anbieter Trustly selbst hat dabei keinerlei Zugriff auf etwaige Kundendaten – somit werden die persönlichen Finanzdaten des Spielers in keiner Weise von Trustly gespeichert. Die Leistungen von Trustly wurden in Deutschland vom TÜV Saarland geprüft und mit dem Gütesiegel „TÜV geprüfter Datenschutz“ versehen. Damit bietet Trustly den perfekten Standard für Ein- und Auszahlungen in Online-Casinos und verzichtet dabei gänzlich auf die Verwendung einer E-Wallet oder einer Kreditkarte. Aufgrund der aktuellen PayPal-Debatte dürfte Trustly innerhalb der nächsten Monate und Jahre daher einen starken Zulauf seitens der Online-Casinos und der Spieler selbst erfahren


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