Sportwettenmanipulation – Jugendfußball im Visier

Stefanie Reiniger | 28 August 2019

Sportwettenmanipulation in EuropeCasino-Spiele und insbesondere auch Sportwetten erfreuen sich online großer Beliebtheit. Doch seit es Sportwetten gibt, existieren auch Manipulationen. Der Fußball ist hier keine Ausnahme. 

Der Fußballsport steht klar an erster Stelle hinsichtlich der Menge an Wetteinsätzen. Entsprechend groß ist das Interesse an der Sportart, wenn es darum geht, mit Wetten auf manipulierte Spiele Geld zu verdienen. Das sagt zumindest der Suspicious Trends in Global Football 2019 Report, der Anfang August veröffentlicht wurde. Gerade niedrigere Klassen und der Jugendfußball scheinen betroffen zu sein.

Europa stellt keine Ausnahme dar – im Gegenteil

Der Report wurde jetzt für das Jahr 2018 veröffentlicht, bereits 2018 wurde ein vergleichbarer Report für 2017 vorgelegt. Und die Zahlen scheinen erst einmal zu beruhigen. Die Anzahl verdächtiger Spiele sei demnach von 237 in Europa im Jahr 2017 auf 227 Spiele im Jahr 2018 zurückgegangen. Die gezielten Maßnahmen der europäischen Strafverfolgungsbehörden hätten hier bereits Wirkung gezeigt. Allerdings muss auch gesagt werden, dass Europa in dieser Statistik einen unrühmlichen ersten Platz weltweit einnimmt. In Asien zum Bespiel wurden 2018 nur 69 verdächtige Spiele gezählt, in Nordamerika sogar nur vier. Und auch in Afrika wurden nur fünf verdächtige Spiele registriert. Etwas mehr waren es in Südafrika mit 24 Spielen. 

Zu diesen Zahlen muss allerdings angemerkt werden, dass in Europa auch mit Abstand die meisten Fußballspiele ausgetragen werden. In Nordamerika zum Beispiel nimmt der Fußball nur eine untergeordnete Stellung ein. Wo mehr Spiele ausgetragen werden, ergeben sich auch mehr Möglichkeiten für Manipulationen.

In Bezug auf den Anteil manipulierter Spiele an allen Spielen nimmt Europa eine mittlere Stellung in dem Report ein. 2018 lag der Anteil bei 0,64 Prozent. Asien liegt hier vorne mit 0,95 Prozent. Am unteren Ende der Skala findet sich Nordamerika mit 0,13 Prozent.

Der Jugendfußball scheint von dem Phänomen besonders stark betroffen zu sein. Hier nimmt Europa ebenfalls eine unrühmliche führende Stellung ein. Ein Team einer Jugendliga ist in nur zwei Jahren in insgesamt 13 Partien verdächtig aufgetreten. Damit ist dieses Jugendfußball-Team das am stärksten betroffene Team weltweit. Es sind gerade die Jugendligen im Fußball in Europa, in denen verdächtige Wettaktivitäten einen starken Zuwachs verzeichnen. Hier liegt also offenbar noch viel Arbeit vor den Verantwortlichen und den Behörden, wenn es um die Eindämmung der Wettmanipulationen geht. Tatsächlich wurden gerade Anfang 2018 viele Spieler zur Rechenschaft gezogen und es kam immer wieder zu Verurteilungen und Sperrungen. Fraglich ist allerdings, wann diese Maßnahmen endlich eine abschreckende Wirkung zeigen.

Weltweit betrachtet scheinen die Unregelmäßigkeiten im Jugendsport entgegen dem europäischen Trend leicht abgenommen zu haben. Der Report zeichnet damit durchaus ein uneinheitliches Bild für die weltweite Lage.

Die Lage im Frauenfußball

Der Report geht auch auf die Lage im Frauenfußball ein. Der Frauenfußball genießt ein immer stärkeres mediales Interesse. Die Frauenligen wachsen beständig und auch die Wetteinsätze steigen, die im Zusammenhang mit Partien im Frauenfußball erfolgen. Damit stellt sich auch hier die Frage, wie es mit Manipulationen aussieht.

Tatsächlich wurden insgesamt sechs Spiele registriert, in denen es zu Unregelmäßigkeiten gekommen ist. Drei dieser Fälle sind bei Länderspielen aufgetreten. Die Zahlen mögen zwar noch gering sein, aber der Trend ist problematisch. Im letztjährigen Report wurde im Frauenfußball nämlich noch kein einziges manipuliertes Spiel gezählt. Auch der Frauenfußball gerät also offenbar immer stärker in den Fokus von Wettmanipulationen. Bei einer sich im Aufwind befindlichen Sportart ist das wenig verwunderlich. Trotzdem müssen hierbei immer die Gesamtzahlen im Blick bleiben. Es wurden genau 2.328 Partien untersucht. Damit liegt die Manipulationsquote bei doch sehr überschaubaren 0,26 Prozent. Bei allen Spielen von Männern und Frauen liegt die Quote mit 0,6 Prozent deutlich darüber. Die gleichen Verhältnisse wie im Männerfußball scheinen hier also noch nicht erreicht zu sein.

Je niedriger die Klasse, desto mehr Manipulationen

Niedrigere Klassen sind häufig in der medialen Berichterstattung wenig oder kaum vertreten. Das Match-Fixing scheint das zu begünstigen, denn hier lassen sich die meisten Manipulationen registrieren. Dafür gibt es weitere Erklärungen wie zum Beispiel die geringen Verdienstmöglichkeiten der Spieler. Bei vielen handelt es sich um aufstrebende Talente, etliche wissen nicht, ob sie in der nächsten Saison überhaupt noch aktiv sind. Manch einer sieht sich mit dem jähen Ende seiner Karriere konfrontiert und muss plötzlich mit einem normalen Job Vorlieb nehmen. Das scheint die Motivation zu steigern, sich auf Manipulationen einzulassen. 

Bei Spielen in hohen Klassen oder gar bei Weltmeisterschaften scheinen Manipulationen am Wettmarkt stattdessen eher eine Ausnahme zu sein. Der Report hat hier eine Skala von 1 bis 8 entwickelt, wobei die höchsten Ligen auf der ersten Stufe zu finden sind. Wenig überraschend ergeben sich die meisten Manipulationen folgerichtig bei Spielen der Stufe sechs bis acht. Konsequenterweise haben die europäischen Strafverfolgungsbehörden ihre Anstrengungen auf Spiele in diesen weiter unten angesiedelten Ligen konzentriert. Erste Erfolge sind dabei durchaus sichtbar und geben daher Anlass zur Hoffnung, dass Spielmanipulationen tatsächlich eindämmbar sind.


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